500 Jahre Reinheitsgebot

Am morgigen Samstag wird die wahrscheinlich älteste existierende lebensmittelrechtliche Verordnung 500 Jahre alt. Im Jahr 1516 wurde die heute als Reinheitsgebot bekannte Verordnung in Bayern erlassen, die das Ergebnis einer Jahrzehnte dauernden rechtlichen Entwicklung war. Bier zählte damals zu den Hauptlebensmitteln in der Bevölkerung und wurde mit den, aus heutiger Sicht, absonderlichsten Zutaten versehen. Aus diesem Grund sahen sich die Obrigkeiten und Instanzen gezwungen, die Qualität des Lebensmittels Bier durch den Erlass zu verbessern und damit das nach wie vor gültige und wohl erste Verbraucherschutzgesetz der Welt zu initiieren.
Die seinerzeit von Herzog Wilhelm IV. und Ludwig dem X. ausgerufene „Reinheit“ hat im 21. Jahrhundert vielfältige Gesichter, unzählige Geschmäcker und landestypische Spezialitäten hervorgebracht. Dabei sind die damals für das Brauen festgelegten Grundstoffe, Gerste, Hopfen und Brauwasser zwar noch die Basis, doch kommen durch die industriellen Herstellungsverfahren und dem Bedarf der Bierliebhaber schon längst mehr als nur die drei genannten Naturprodukte ins Gebräu.
Bundesweit zählt man  aktuell um die 1400 Brauereien, die eine so umfangreiche Vielfalt bieten, wie nirgendwo auf der Welt. Täglich kommen weitere sog. Mikrobrauereien hinzu, die hierzulande mit „CRAFT BEER“ für regionales Engagement, besonders hochwertige Herstellung und traditionelles Brauen stehen. Gegenüber den vielen, kleinen Brauereien stehen große Bierkonzerne mit bekannten Marken im Fokus, ob Krombacher, Bitburger, Veltins, Warsteiner, Bitburger, Beck`s oder natürlich auch unser Radeberger. Sie sind aufgrund ihrer Produktionsmengen und Vertriebsstruktur deutschlandweit im Handel, sowie in der Gastronomie vertreten und repräsentieren Deutschland als Land des Bieres weit über die Landesgrenzen hinaus.
Überall in Deutschland und sogar weltweit, laden am 23. April und im Laufe des Jahres Aktionen, Ausstellungen, Festivals und kreative Veranstaltungen zum Biererlebnis, Feiern und Geniessen ein. Eine, eigens für dieses Jubiläum, hergestellte Sonderbriefmarke huldigt das Getränk und ist seit dem 7. April bei der Deutschen Post erhältlich. Damit wird auch die Verbindung zur Kunst getragen, denn viele Brauereien engagieren sich in diesem Bereich für die Erhaltung, Förderung und Entwicklung von kulturhistorischen Projekten. In der selbsternannten Bierstadt, dort wo Radeberger, das erste deutsche Bier nach Pilsner Brauart, auch heute noch gebraut wird, wirbt Radeberger partnerschaftlich mit der Semperoper in Dresden. So wird schon seit vielen Jahren der Gedanke geprägt, die kulturelle Verbundenheit heimatlicher Schätze auf der ganzen Welt zu präsentieren und für einen Besuch in Radeberg und Dresden zu werben. Seit 1903 exportiert Radeberger sein Pilsner bis nach Amerika, wo die deutsche Bierkultur nicht nur von Auswanderern gelebt und geliebt wird. In den USA zollt Radeberger mit historisch anmutenden Etiketten der Tradition Tribut und an der Ostküste kann man sich zum Jubiläum sogar mit dem Braumeister treffen, und dabei frisch gezapftes Radeberger Pilsner und Zwickelbier geniessen.
In Radeberg selber finden derartige Aktionen morgen leider nicht statt. Dabei wäre selbst eine kleine “Biermeile” mit der Markenvielfalt der Radeberger Gruppe im Bahnhof – mit nahezu direktem Blick auf die Exportbierbrauerei und darüber hinaus historischer Umschlagplatz des Radeberger Gerstensaftes – ein machbares Highlight für Bierfreunde aus nah und fern gewesen. Schade.
Doch zum Glück können sich die Liebhaber des goldgelben Getränkes, mit der feinen Schaumkrone, auf eine Sonderausstellung auf Schloss Klippenstein in der Bierstadt freuen. Diese wird von Juni bis September die Geschichte des Bieres, seine Herstellung und natürlich von Radeberger Pilsner erzählen.

www.radeberger.de
www.deutschesbier.com

Bildnachweis: Radeberger USA / Sonderbriefmarke, Thomas und Martin Poschauko
Copyright: radeberg.info

X