Werbekampagne à la Sixt

Mit einer grandiosen Werbekampagne macht gerade die gemeinnützige “paso doble gGmbH” aus Radeberg auf sich und ihre Dienstleistungen aufmerksam. Freche Sprüche, kombiniert mit den passenden Motiven, kokettieren bewusst mit den vermeintlichen Schwächen von Menschen mit Handicaps. Was einige vielleicht anstößig oder sogar politisch inkorrekt finden, ist eine raffinierte Aktion, die sich durchaus mit den markigen Werbeanzeigen des Autovermieters Sixt messen kann. Wer Aufmerksamkeit erregen möchte, muss ab und zu die Grenzen neu definieren. Das gelingt dem Gemeinschaftsprojekt von Kleinwachau – Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH, Diakonisches Werk – Stadtmission Dresden e.V. und Volkssolidarität Dresden e.V. perfekt, denn im Zentrum der Kampagne steht kein geringeres Thema als Inklusion. Ein oft diskutiertes und viel besprochenes Thema, das hier offen gelebt und praktiziert wird. Auf der zweiten Seite des Informations-Flyer steht “Wirtschaftliches Handeln und soziales Verantwortungsbewusstsein sind für uns eine Erfolgsgeschichte. Als Inklusionsunternehmen schaffen wir behinderten und chronisch kranken Menschen passende und attraktive Arbeitsplätze. Denn wir glauben an die Menschen, die sich von ihrem Schicksal nicht entmutigen lassen.” Bei der paso doble gGmbH wird Menschen mit Einschränkungen, die auf dem ersten Blick eventuell gar nicht sichtbar sind, eine echte Chance gegeben, die sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oftmals nicht haben, obwohl es ihnen rechtlich zusteht. Aktuell besteht das Team aus 46 Mitarbeitern, wobei 21 von ihnen eine Behinderung haben oder unter chronischen Krankheiten leiden, die trotz aller Umstände mit viel Begeisterung und Tatendrang in den Bereichen Hausmeisterservice, Gebäudereinigung, Renovierungsarbeiten, Umzugs- und Transportservice, Haushaltshilfe und Hauswirtschaftsservice arbeiten.
Eine rundum gutes und strategisch ideal positioniertes Projekt, das sich mit seinem Werbeauftritt beim Dresdner Marketingpreis 2016 beworben und es in die Finalrunde geschafft hat. Am 1. Dezember wird der Preis zum 22. Mal in Dresden verliehen. Wir drücken die Daumen!

www.pasodoble.de

Bildnachweis: Collage, paso doble gGmbH
Copyright: radeberg.info

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