Weis(s)es Stadtmarketing

Alle Winter wieder und sobald das erste Baumaterial durch Frau Holle in ausreichender Menge geliefert wird, machen sich in der Bierstadt die Radeberger Schneekünstler ans Werk und bauen “Figuren im erotischen Stil”. 2014 tauchten die ersten Kunstwerke im Stadtgebiet auf und avancierten in relativ kurzer Zeit zum Hit der Boulevardpresse, sowohl bei Online- und Printmedien als auch im TV. Auch das neuste Objekt der Begierde, das in der Nacht von Montag zu Dienstag in unmittelbarer Nähe zum alten Wasserturm und der Bahnbrücke errichtet wurde. Bereits heute Morgen berichtete die Sächsische Zeitung als erstes großes Medium über die zusammengeballte Hand aus Schnee und der zweideutigen Form des ausgestreckten Mittelfingers, um nur kurze Zeit später auch bei Tag24.de und Bild.de Erwähnung zu finden. Rund 2,5 Stunden hat das Schneeteam am ersten offiziellen Objekt des Winters gearbeitet und mit einer klaren Botschaft versehen:

Schön‘ Gruß an die Radeberger Spießbürger… es geht weiter! LG Euer Schneeteam

In der Vergangenheit sorgten die erotischen Skulpturen für reichlich Diskussionsstoff innerhalb unserer Stadt, der dazu führte, dass der Aktionismus der Schneekünstler für noch mehr Wirbel gesorgt hat. In Fachkreisen nennt man das virales Marketing, bei dem Nachrichten von z.B. ungewöhnlichen Kampagnen sich wie ein Lauffeuer über soziale Netzwerke und Medien verbreiten und damit die Bühne für eine breite Aufmerksamkeit schaffen. Das ist den Protagonisten in bra­vu­röser Art & Weise gelungen und verdient unseren Respekt! Wenn man bedenkt, dass Städte und Gemeinden dafür auch richtig viel Geld in die Hand nehmen (müssen), um ein vergleichbares Interesse zu wecken. Gern wird bei den dabei zu erzählenden Geschichten sogar etwas geschummelt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Ende November 2016 erfolgte Werbegag der Gemeinde Seefeld aus Österreich, als ihr bestellter Pistenbully angeblich nach Seefeld in Schleswig-Holstein geliefert wurde und in zahlreichen Medien zunächst als wahre Geschichte durchging.
Wir hoffen, dass der Winter 2017 noch reichlich Schnee für uns und die Skulpturenbauer bereit hält, um weiterhin optimale Voraussetzungen für kommende Kunstobjekte zu bieten. Schließlich gibt es in Radeberg nicht nur den berühmten Gerstensaft – Tradition ist vielfältig und muss sich entwickeln.

www.facebook.com/schneeteamrs

Bildnachweis: radeberg.info
Copyright: radeberg.info

X